ENGELHARTSZELL. Experten bezeichnen es als bemerkenswerte Entdeckung bis gar zu einer Sensation. Ein Angler förderte jetzt den Nachweis einer Perlfischpopulation in der oberen Donau zu Tage.
VON EIKE-C. KULLMANN
Thomas Rader aus Engelhartszell ist passionierter Fischer. Er war es, der dieser Tage nahe des Donaukraftwerkes Jochenstein einen etwa 60 Zentimeter langen Fang machte, der ihn rätseln ließ. "Der schaut aus wie ein komisches Aitel", sagte sich der junge Mann und zog einen Experten zu Rate: den ebenfalls aus Engelhartszell stammenden Gewässerökologen Gerald Zauner. "Es ist ein glücklicher Umstand, dass es so einen sensibilisierten Angler gibt", freute der sich über die Entdeckung. Rader hatte nämlich den ersten Nachweis erbracht, dass der weltweit äußerst rare Perlfisch in der oberen Donau offensichtlich in größerer Zahl lebt.
Für Fischfreunde der oberösterreichischen Seengebiete dürfte der Fang eines Perlfisches zwar als nichts Außergewöhnliches erscheinen, kommt er doch etwa in Traun- oder Mondsee überaus häufig vor. "Aber diese Seen sind weltweit fast die einzigen, wo der Perlfisch nachgewiesen ist", so Zauner. Mit dem Fang dieses als Speisefisch nicht gerade beliebten Exemplars der Familie der karpfenartigen Fische, ist für den Gewässerökologen auch eindrucksvoll bestätigt, wie sinnvoll die Nominierung des oberen Donautales als Natura 2000-Gebiet war. "Das ist ja das Tolle an der Donau, dass hier immer wieder sensationelle Tiere nachgewiesen werden, von denen man gar nicht gewusst hat, dass es sie hier gibt."
Der von Thomas Rader gefangene Perlfisch landete übrigens nicht im Kochtopf. Nach Längenmessung und genetischer Untersuchung eines Flossenstückes ("um die Unterscheidung zu Seepopulationen festzustellen") wurde er wieder freigelassen.
Der Perlfisch aus dem oberen Donautal Foto: eku