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Donauabschnitt bei Wallsee

soll Natura-2000-Gebiet und revitalisiert werden

LINZ/WALLSEE. Ist die Nachnominierung des Donauabschnittes zwischen Wallsee und Dornach (östliches Machland) als Natura-2000-Schutzgebiet gerechtfertigt? Eine umfassende Untersuchung der Fischfauna sagt eindeutig Ja.

VON EIKE-CLEMENS KULLMANN

"Die Zusammenarbeit zwischen den Landesfischereiverbänden Ober- und Niederösterreich und der Naturschutzabteilung des Landes als Hauptauftraggeber der Studie funktionierte hervorragend", ist Gottfried Schindlbauer, Leiter der Naturschutzabteilung voll des Lobes. Ein Lob, dem sich Landesfischermeister Karl Wögerbauer anschließt - auch was das Ergebnis der Studie anlangt. "Der Gewässerökologe Gerald Zauner (aus Engelhartszell, Anm. d. Red.) und sein Team haben hervorragende Arbeit geleistet und Verbesserungsvorschläge unterbreitet, die umgesetzt werden sollten", sagt Wögerbauer.

Insgesamt elf sehr schützenswerte "Güter" - das wäre etwa die Fischart Streber, eine Schlüsselart für die Donau dieses Streckenabschnittes - konnten nachgewiesen werden. "Dieses Gebiet hat damit eine überaus hohe Bedeutung für den Erhalt von europaweit gefährdeten Fischarten und rechtfertigt die Nachnominierung", sind Schindlbauer und Zauner einig.

Erstaunlich positiv, so Zauner, sei die große Zahl an nachgewiesenen Fischarten - immerhin 43 unmittelbar in der Donau - ernüchternd dagegen die generell stark rückläufigen Fischbestände. Das betrifft etwa die Hauptfischart der Donau, die Nase.

"Es gibt allerdings einige Hot-Spots, also relativ intakte Naturräume, die vergrößert werden sollten", sagt Zauner. Die Machland-Strecke hätte gutes Potenzial für Renaturierungsmaßnahmen, das wäre etwa die Schaffung von dynamischen, durchströmten Nebenarmen sowie die Errichtung oder Erweiterung von Schotterbänken. "Auch was den Aufwand betrifft, ist die Kosten-Nutzen-Relation sehr gut."

"Mit Nachdruck verfolgen"

Sehr positiv aufgenommen werden die Untersuchungsergebnisse auch vom Naturschutzreferenten des Landes, Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (SP). "Wir werden die Anregungen dieser Untersuchung zur Verbesserung mit Nachdruck verfolgen", sagt Haider.

Noch in diesem Jahr soll jetzt dieser Donauabschnitt als Natura-2000-Gebiet nach Brüssel nachgemeldet werden. Schon 2007 könnte damit die Donau im östlichen Machland zu den Europaschutzgebieten zählen.

"Erstaunlich groß ist die Zahl der Fischarten, ernüchternd der rückläufige Fischbestand."

GERALD ZAUNER

Gewässerökologe und Studienautor

Gerald Zauner Foto: eku

Nebenarme, Schotterbänke

Naturschutz und Fischerei könnten von der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen entlang der Donau im östlichen Machland profitieren, ist Gottfried Schindlbauer, Leiter der Naturschutzabteilung des Landes überzeugt.

In der Studie des Gewässerökologen Gerald Zauner werden drei Szenarien möglicher Maßnahmen aufgezeigt. Darunter eine Gruppe von kleinräumigen Strukturen, ein sogenanntes Baukastensystem, wo kein Steinchen dem anderen zuwiderläuft. Vorgeschlagen werden "neue" Nebenarme, Schotterbänke sowie der Rück- und Umbau von Buhnen und Leitwerken.


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