WILHERING. 300 Meter lang und 15 bis 20 Meter breit ist der der Donau-Nebenarm Zizacker, der in den kommenden Wochen als Pilotprojekt im Gemeindegebiet von Wilhering fertiggestellt wird.
VON EIKE-C. KULLMANN
1974 ging in Wilhering nicht nur als Jahr des Kraftwerksbaus Ottensheim in die Geschichte ein, sondern auch als Rückschlag für die Ökologie. Der Aufschrei der Fischer reichte nicht, Grüne wurden damals bestenfalls belächelt. Und so wurden mit dem Aushubmaterial der "Unterwassereintiefung" des Kraftwerksbaus die abgeschlossenen Teiche "Zizacker" zugeschüttet.
Lange Jahre passierte nichts, außer dass die Natur aus der Not eine Tugend machte und eine "Pseudo"-Au in Form eines Pappelhaines schuf. Als vor Monaten erstmals Bagger in den Uferbereich einfuhren war das Staunen der Anrainer groß (bei manchem auch der Ärger ob der Lärmentwicklung). Doch die Befürchtung einer Naturzerstörung stellte sich rasch als falsch heraus.
"Das Ganze ist ein Pilotprojekt einer Restrukturierung der Donau", so Klaus Dieplinger, Leiter der Wasserstraßenverwaltung West in Aschach zu den OÖN. "Die Gemeinde Wilhering als Konsenswerber, der Landesfischereiverein und die Wassrstraßenverwaltung haben dieses Projekt ausgearbeitet und lassen hier ein ¸Altwasser` als langsam durchflossenen Donau-Nebenarm neu entstehen", so Dieplinger.
Und so ist das Unternehmen Gustav Arthofer aus Eferding seit Wochen fleißig im Baggereinsatz. Der dabei entnommene Schotter - rund 40.000 Kubikmeter - dient sozusagen als Kompensation für die Baukosten. "Das ist eine wirkliche win/win-Situation für Ökologie und Ökonomie", sagt der Gewässerökologe Gerald Zauner aus Engelhartszell, der als "ökologische Bauaufsicht" fungiert.
Der Nebenarm wird schon in wenigen Wochen permanent durchflossen sein, eine Insel und sogar noch eine kleine Bucht beinhalten. Die Wassertiefe wird bei Mittelwasser drei bis vier Meter betragen, sodass nur die guten Schwimmer bei entsprechenden Wassertemperaturen die Insel erreichen werden.
Profitieren werden daher vor allem die Fische, noch dazu, wo sich die Petrijünger bereit erklärt haben, den Bereich Zizacker als Schongebiet anzusehen. "Die Fischer profitieren auf alle Fälle im gesamten Stauraum durch die verbesserten Lebens- und Entwicklungsbedingungen für die Fische", weiß Dieplinger.
Bereits jetzt wird am nächsten Projekt gebastelt. Es soll gleich im Anschluss an den Nebenarm stromaufwärts eine Uferabsenkung mit Schotterbank Realität werden.
Mit dem Durchstich wird das Werk bald vollendet. Foto: eku
=Win/win-Situation für Ökologie und Ökonomie.}
G. ZAUNER
Gewässerökologe
=Ein Donau-Nebenarm entsteht jetzt neu. }
K. DIEPLINGER
Chef WSV-West