SCHLÖGEN/PASSAU. "Wir müssen das Naturjuwel Donautal für die nächsten Generationen sichern", waren sich gestern LH-Stv. Erich Haider und Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf einig.
VON EIKE-CLEMENS KULLMANN
Eine Schifffahrt von Schlögen bis Passau mit Enthüllung einer Infotafel beim Haus am Strom war der Startschuss für ein grenzübergreifendes EU-LIFE-Projekt für die Hang- und Schluchtwälder im Durchbruchstal der Donau zwischen Hofkirchen in Bayern und Aschach. In den kommenden fünf Jahren werden 3,75 Millionen Euro in den dauerhaften Schutz der ökologisch intakten Waldbereiche im Donau- und Aschachtal investiert. 1,5 Millionen Euro kommen von der EU, der Rest von Land Oberösterreich und Freistaat Bayern.
"Grundvoraussetzung für dieses Projekt ist ein Natura 2000-Gebiet, also ein ökologisch wertvoller Lebensraum mit Schutz für Pflanzen und Tiere", sagte der Projektkoordinator für Oberösterreich und Bayern, Gerald Zauner aus Engelhartszell. "Die Natur ist ein Garant für Lebensqualität", zeigte sich Minister Schnappauf überzeugt und streute Oberösterreich Rosen: "Die Zusammenarbeit ist unkompliziert." Ein Kompliment, das vollinhaltlich auch für Bayern gelte, freute sich Haider.
Einer der Schwerpunkte des Projektes noch in diesem Jahr ist der Ankauf von "Altholzinseln" im Donau- und Aschachtal. "Wir haben hier schöne Wälder, aber die sind zuwenig alt", so Franz Exenschläger vom WWF Haibach. Man brauche diese Gebiete, um sie ganz der Natur zu überlassen, sprich sie nicht mehr zu nutzen. Altbäume brauchen vor allem besonders seltene und schützenswerte Tiere wie der Schwarzspecht, der Hirschkäfer oder die Fledermaus.
Es soll allerdings kein Glassturz über das gesamte Tal gestülpt werden. Es geht darum, dass es für besondere Gebiete einen Nutzungsverzicht gibt. Dieser müsse nicht zwangsläufig durch Ankauf des Waldes erfolgen. Und: Ein Nutzungsverzicht würde selbstverständlich abgegolten. Entweder in jährlichen Raten (nach fünf Jahren zahlt dann das Land) oder mit einer Einmalzahlung.
Dass die Waldbesitzer dem Projekt und einem Nutzungsverzicht negativ gegenüberstehen, wie oft geunkt, sei keinesfalls der Fall, so Exenschläger und Zauner. Es gebe bereits Kaufangebote für rund 200 Hektar. Angekaufte Waldgebiete werden übrigens nicht vom Land verwaltet, sondern von Naturschutzorganisationen.
Haider und Schnappauf traten bei der Tafelenthüllung beim Haus am Strom für den Schutz der Natur im Donautal ein. (eku, LIFE-Naturprojekt)